Mein Rechtsweg

Wie ich mit dem DSGVO Schritt für Schritt Generator meine Website absichere

Birgits Nachricht besteht aus einem einzigen Link, ohne ein Wort dazu. Kein "Schau mal, das könnte interessant sein", keine Frage, nur die nackte URL in einer sonst leeren Chat-Nachricht. So läuft das bei ihr, seit wir uns bei einem Coworking-Abend in Plagwitz kennengelernt haben: Sie schickt, man liest sich selbst ein. Diesmal ging es um genau das Thema, zu dem mir seit Monaten die meisten Fragen ins Kontaktformular flattern: den DSGVO Schritt für Schritt Generator und was er eigentlich wirklich absichert.

Die kurze Antwort vorweg, weil sie mir selbst am längsten gefehlt hat: Ein Generator liefert die Texte, nicht die Technik dahinter. Datenschutzerklärung, Impressum, Cookie-Hinweis – all das kann ein gutes Tool sauber formulieren. Ob dein WordPress, deine Plugins und deine eingebundenen Drittanbieter-Skripte tatsächlich das tun, was in diesen Texten steht, musst du trotzdem selbst prüfen.

Ein Generator hilft auch bei früheren Fehlern

Bevor ich den Generator überhaupt kannte, hatte ich mir eine Impressum-Vorlage aus einem Reddit-Thread kopiert und einfach mit meinen Daten gefüllt. Gefühlt sah das professionell aus, Überschriften, Absätze, alles da. Nur passte die Vorlage zu einem völlig anderen Geschäftsmodell als meinem, und ein paar Pflichtangaben fehlten komplett, weil wer auch immer sie ursprünglich gepostet hatte, offenbar selbst kein Kontaktformular auf seiner Seite betrieb.

Der Unterschied zum Generator war, dass er mir gezielte Fragen zu meiner eigenen Situation stellte, statt mir einen fertigen Text unterzujubeln, den ich nur noch mit meinem Namen versehen musste. Grundlagenwissen musste ich mir dabei so gut wie gar nicht selbst aneignen – ein ordentlicher Generator arbeitet die DSGVO-Basics strukturiert ab, ohne dass man vorher Jura studiert haben muss.

Text und Technik sind zwei getrennte Baustellen

Ein Generator schreibt die Datenschutzerklärung, die Impressumsangaben oder den Cookie-Hinweis in einer Form, die inhaltlich zusammenpasst. Zur Impressumspflicht sagt er zuverlässig, dass du grundsätzlich betroffen bist, sobald deine Seite mehr ist als ein privates Hobby. Bei der Datenschutzerklärung fragt er systematisch jeden Dienst ab, den du einbindest, statt dir eine fertige Textwüste vorzusetzen. Die Cookie-Einwilligung behandelt er als eigenen Baustein, getrennt von den übrigen Rechtstexten. Auch Google Fonts kam bei mir zur Sprache, weil ich sie noch über Googles Server statt lokal eingebunden hatte.

Diese Punkte waren alle wichtig, gelöst haben sie sich trotzdem erst, als ich anschließend selbst in Plugin-Einstellungen und Theme-Dateien nachgesehen habe. Auch bei eingebundenen Drittanbieter-Inhalten wie Videos reicht ein Text allein nicht aus, wenn im Hintergrund weiterhin Daten fließen, bevor jemand zugestimmt hat.

So funktioniert der Generator in der Praxis

Der Generator stellt einfache Fragen, eine nach der anderen: Hast du ein Kontaktformular? Bindest du externe Schriftarten ein? Verschickst du einen Newsletter? Jede Antwort verändert den nächsten Textbaustein, ganz ohne dass man selbst Formulierungen erfinden muss. Im Regal neben mir stapeln sich inzwischen mehr beschriftete Ordner mit Behördenpost und Verträgen, als ich für eine Ein-Frau-Texterei je erwartet hätte.

Mitten in dieser Fragerunde klingelte einmal spätabends das Telefon, und für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich an eine Abmahnkanzlei, bevor klar wurde, dass es einfach meine Mutter war, die wissen wollte, ob ich schon gegessen hatte. Diese Angst sitzt tiefer, als man zugeben möchte, wenn man gerade zum ersten Mal öffentlich im Netz steht.

Verträge und Formulare gehören mit ins Bild

Dass ich als Solopreneurin für jedes Tool einen eigenen AV-Vertrag brauche, war mir vorher nicht klar – das gilt für den Hoster genauso wie für kleinere Zusatzdienste. Beim Newsletter kam anschließend das Double-Opt-in-Verfahren dazu, damit niemand ungefragt in einer Empfängerliste landet. Auch eigene AGB gehören für viele Selbstständige in dieses Paket, sobald sie Verträge mit klaren Bedingungen abschließen wollen.

Für das Kontaktformular auf meiner Seite bin ich einen ähnlichen Weg gegangen: warum ich für mein DSGVO-konformes Kontaktformular ebenfalls einen Generator nutze, hat vor allem damit zu tun, dass dort keine Einwilligung vergessen werden sollte.

Der Generator für Etsy-Shops mit eigener Domain

Ludmila, die über das Kontaktformular geschrieben hatte, wollte wissen, ob der Generator auch für einen Etsy-Shop mit eigener Domain funktioniert, oder ob so eine Kombination den Rahmen sprengt. Die Antwort war, dass der Generator für genau solche Fälle zusätzliche Fragen stellt, statt Plattform-Präsenz und eigene Domain über einen Kamm zu scheren. Ludmila hat es ausprobiert und mir wenige Tage später geschrieben, dass ihre neue Seite jetzt sauber dastehe.

Wo der Generator aufhört

Was ein Tool wie dieser Generator nicht abnimmt, ist die laufende Pflege: neue Plugins prüfen, neue Dienste erneut abfragen, alte Einträge irgendwann aktualisieren. Spätestens dann hilft manchmal nur eine echte Pause – ein Spaziergang durch die alten Fabrikhallen der Spinnerei in Plagwitz macht den Kopf freier für Formularfelder als jeder weitere Tab auf dem ohnehin schon überfüllten zweiten Monitor.

Der Generator nimmt einem die Formulierung ab, nicht die Verantwortung. Wer das von Anfang an so sieht, statt auf einen Freifahrtschein zu hoffen, kommt mit deutlich weniger Panik durch die erste eigene Website.

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