Mein Rechtsweg

Warum ich als Texterin eigene AGB für meine Dienstleistungen gebraucht habe (Update 2026)

Zuletzt aktualisiert

Die Frage, wie viele Korrekturrunden eigentlich noch inklusive sind, wenn nirgendwo schriftlich steht, wo die Grenze verläuft, hatte ich mir als freiberufliche Texterin lange nicht gestellt, weil ich dachte, eigene AGB seien nur etwas für große Agenturen und Onlineshops, nicht für eine einzelne Freelancerin mit einer Handvoll Stammkunden. Rechtssicherheit klang für mich nach Aktenordnern und Juristendeutsch, nicht nach etwas, das in meinen kleinen Solopreneurinnen-Alltag passt. Bis mir ziemlich deutlich klar wurde, dass genau diese Lücke mich irgendwann teuer zu stehen kommen könnte.

Bevor es weitergeht, kurz zur Offenlegung: In diesem Text stecken Affiliate-Links zu Tools, die ich selbst für meine eigenen Vertragsunterlagen genutzt habe. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich bin keine Juristin, sondern Texterin, die sich diesen Kram selbst beibringen musste – bei einem echten Streitfall gehört die Frage in die Hände einer Fachanwältin oder eines Fachanwalts für IT-Recht, nicht in einen Blogartikel.

Texterinnen brauchen wirklich eigene AGB

Die klare Antwort: Ja, und zwar unabhängig davon, wie klein dein Business gerade noch ist. Allgemeine Geschäftsbedingungen klingen erstmal nach großen Onlineshops mit tausenden Paketen, aber das Prinzip dahinter passt genauso auf eine einzelne Texterin mit einem einzigen laufenden Auftrag. Ohne eigene Bedingungen greifen automatisch die allgemeinen Regeln des Zivilrechts – und die sind so generisch, dass sie kaum eine deiner tatsächlichen Fragen beantworten: Wie viele Korrekturschleifen sind im Preis enthalten? Was passiert, wenn ein Kunde mitten im Projekt abspringt? Wem gehört der Text, solange die Rechnung offen ist?

Als Faustregel gilt bei mir mittlerweile: Sobald du wiederkehrend gegen Bezahlung Texte lieferst, brauchst du AGB – nicht erst ab einer bestimmten Auftragsgröße oder einem bestimmten Jahresumsatz. Der Umfang deines Business entscheidet höchstens darüber, wie ausführlich die Klauseln werden müssen, nicht darüber, ob du sie überhaupt brauchst.

Ohne Vertrag zählt nur, was der Kunde gerade will

Smartphone zeigt Kundenabsage per Kurznachricht ohne bestehenden AGB-Vertrag

Renée, eine Grafikdesignerin aus Hamburg, mit der ich mich seit einer gemeinsamen DSGVO-Gruppe regelmäßig austausche, hat mir mal erzählt, wie unterschiedlich Aufsichtsbehörden in Norddeutschland manche Fragen auslegen als hier in Sachsen. Das hat mir klargemacht, wie sehr sich Freelancer auf regionale Zufälle verlassen, wenn nirgendwo schriftlich geregelt ist, welches Gericht im Ernstfall überhaupt zuständig wäre. Genau das regelt eine gute Gerichtsstandsklausel: Sie legt fest, dass Streitigkeiten an deinem Wohnort verhandelt werden, egal wo der Kunde gerade sitzt.

Für die Frage, warum ich einen Impressum und Datenschutz Generator nutze, hatte ich damals schon eine Lösung gefunden. Bei den AGB half mir das allerdings nicht: Ich habe mir stundenlang DSGVO-Erklärvideos auf YouTube angeschaut, mir Notizen gemacht, mich klüger gefühlt – und danach trotzdem keine einzige Zeile für meine eigenen Bedingungen geschrieben. Wissen sammeln fühlt sich nach Fortschritt an, ist es aber nicht, solange nichts davon in einem Dokument landet, auf das du dich im Ernstfall berufen kannst.

Die Bausteine einer AGB für Text-Dienstleistungen

Ein Leser namens Manfred Küppers, der seit meinem allerersten Beitrag mitliest und aus seiner Zeit als PR-Berater kommt, schrieb mir neulich sehr sachlich, dass mündliche Absprachen genau so lange halten, bis ein Kunde selbst unter Druck gerät. Dann zählt plötzlich nur noch, was schwarz auf weiß steht. Das trifft den Kern ziemlich genau.

Für Text-Dienstleistungen gehören aus meiner Sicht mindestens folgende Punkte in die eigenen Bedingungen: eine klare Leistungsbeschreibung, die festhält, was genau geliefert wird und was nicht; eine feste Anzahl an Korrekturrunden, ab der weitere Änderungen extra berechnet werden; klare Zahlungsfristen samt Folgen bei Verzug; eine Haftungsbegrenzung für den Fall, dass ein fertiger Text trotz Freigabe irgendwo Ärger macht; und eine Gerichtsstandsklausel, die den Ort für Streitfälle festlegt. Außerdem sollten Nutzungsrechte klar geregelt sein: Der Text gehört erst dann wirklich dem Kunden, wenn die Rechnung vollständig bezahlt ist. Wer als Solopreneurin plant, das Business auch mal von unterwegs zu führen, sollte gerade die Gerichtsstandsklausel besonders ernst nehmen.

AGB im Zusammenspiel mit Impressum, DSGVO und Co.

AGB stehen nie für sich allein. Ein Impressum ist Pflicht, sobald du geschäftsmäßig auftrittst, unabhängig davon, wie klein dein Angebot noch ist. Eine Datenschutzerklärung erklärt Besuchern, was mit ihren Daten passiert, sobald sie deine Seite aufrufen. Ein Cookie-Banner regelt wiederum, wie du überhaupt Einwilligungen einholen darfst, bevor im Hintergrund etwas geladen wird. Die DSGVO-Grundlagen dahinter sind ein eigenes, größeres Thema, das ich hier bewusst nicht aufrolle. Genau in dieser Phase habe ich auch gelernt, wie ich Google Fonts lokal einbinden kann, weil eingebundene externe Schriften ein ganz eigenes Abmahnrisiko mitbringen. Arbeitest du mit externen Tools, die Kundendaten verarbeiten, führt außerdem kein Weg an einem AV-Vertrag vorbei, und bindest du fremde Inhalte wie Videos ein, lohnt sich ein Blick darauf, wie das ganz ohne unnötiges Tracking funktioniert.

Erst anpassen, dann verwenden

Laptop-Bildschirm mit unpassenden AGB-Klauseln aus einem fremden Branchen-Muster

Ein Muster, das ursprünglich für eine ganz andere Branche geschrieben wurde – etwa für Onlineshops oder Dienstleister mit physischen Produkten – passt selten eins zu eins auf Textarbeit. Solche Vorlagen enthalten oft Klauseln zu Lieferzeiten, Versand oder Reklamationen, die für ein reines Textprojekt schlicht keinen Sinn ergeben und im schlimmsten Fall sogar falsche Erwartungen wecken. Wer ein fremdes Muster übernimmt, sollte jede einzelne Klausel durchgehen und sich fragen, ob sie überhaupt zur eigenen Arbeit passt, lieber eine Zeile zu viel gestrichen als eine Klausel behalten, die in einem echten Streitfall gegen einen selbst ausgelegt wird.

Ich habe mich am Ende für eine fertige Basis entschieden, die für freie Kreative und Solopreneurinnen gedacht ist: die Vertrag und AGB für Online-Unternehmer-Vorlagen. Angepasst werden musste trotzdem einiges, aber die juristische Grundstruktur hat mir die Unsicherheit genommen, irgendwo etwas komplett Wichtiges zu übersehen.

Für die laufende Pflege danach nutze ich zusätzlich easyRechtssicher, das mich informiert, sobald sich an der Rechtslage etwas ändert, damit ich nicht jeden Monat selbst danach suchen muss.

Die gleiche Sorgfalt gilt, sobald du Adressen für einen Newsletter sammelst: Ich habe zum Beispiel aufgeschrieben, wie ich meinen ersten Newsletter rechtssicher mit Double Opt-In gestartet habe, weil auch der beste AGB-Text nichts nützt, wenn beim Adressensammeln selbst schon etwas schiefläuft.

Seitdem verweise ich einfach auf unsere Vereinbarung

Entspannter Blick vom Schreibtisch auf den Lindenauer Markt in Leipzig nach erledigter AGB- und Rechtssicherheits-Prüfung

Als der Compliance-Check in meinem Rechts-Tool zum ersten Mal komplett grün anzeigte, während nebenan Kaffeeduft aus der Küche zog und draußen eine Straßenbahn vorbeirauschte, merkte ich, wie sich etwas in meinen Schultern löste, das ich vorher gar nicht bewusst als Last wahrgenommen hatte. Es war einfach nur dieses ruhige Gefühl, kurz aufzuatmen und aus dem Fenster Richtung Lindenauer Markt zu schauen, ohne im Kopf schon die nächste offene Baustelle durchzugehen.

Diskussionen darüber, ob eine fünfte Textänderung noch im Preis inbegriffen ist, gibt es bei mir inzwischen nicht mehr. In meinen Bedingungen steht klar, wie viele Korrekturrunden dazugehören und was zusätzlich berechnet wird, sobald ein Kunde darüber hinaus möchte. Das nimmt enorm viel emotionalen Ballast aus der Kommunikation, weil ich mich nicht mehr rechtfertigen muss, sondern einfach auf unsere gemeinsame Vereinbarung verweisen kann.

Wenn du gerade an deiner eigenen Website oder deinem eigenen Angebot bastelst und dich fragst, ob sich dieser Aufwand lohnt: Für mich war er das Fundament, auf dem der Rest meines Business steht, nicht nur ein weiterer Punkt auf einer Formalitäten-Liste. Wer sich diese Arbeit nicht komplett allein zutraut, findet in den Vertrag und AGB für Online-Unternehmer-Vorlagen einen soliden Ausgangspunkt zum Anpassen. Und wenn schon die Grundlagen wie Impressum und Datenschutzerklärung wackeln, ist easyRechtssicher ein Werkzeug, das diesen Teil zuverlässig im Hintergrund mitlaufen lässt, während du dich auf das konzentrierst, wofür du eigentlich angetreten bist: gute Texte zu schreiben.

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