Mein Rechtsweg

Impressumspflicht für Linktree: Wie ich mein Profil rechtssicher mache

Das kalte Kondenswasser an meiner Mate-Flasche fühlte sich in diesem Moment fast wie ein kleiner Kälteschock an, während ich panisch auf dem Smartphone-Display nach der Anbieterkennzeichnung suchte. Ich saß in meinem Lieblingscafé im Leipziger Westen, die Sonne blinzelte gerade so durch die Wolken, und eigentlich wollte ich nur kurz schauen, was die Konkurrenz so auf Instagram treibt. Aber dann passierte es: Ich klickte auf den Linktree einer Kollegin und stellte fest – da ist nichts. Kein Link zum Impressum, kein Name, keine Adresse. Gar nichts.

Sofort schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Habe ich das bei mir eigentlich richtig gemacht? Wenn ich jetzt eine Abmahnung wegen eines fehlenden Links bekomme, ist mein Budget für die Ostsee-Reise im August gestrichen. Und jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich diese Auszeit brauche, nachdem ich mich das ganze Jahr 2024 durch den Aufbau meiner ersten eigenen Website gekämpft habe.

Ende Februar – Der Mate-Schock und die bittere Erkenntnis

Es war ein Dienstag, glaube ich. Ich hatte gerade erst angefangen, mich als freiberufliche Texterin in Leipzig so richtig wohlzufühlen. Meine Website war online, die Texte waren (hoffentlich) knackig, und das Impressum auf der Hauptseite hatte mich schon genug Nerven gekostet. Aber Social Media? Das hatte ich irgendwie als 'Spielwiese' abgetan. Linktree war für mich nur dieser praktische Sammelplatz für meine Blogartikel und mein Portfolio.

Doch an diesem Nachmittag wurde mir klar: Mein 'Tagebuch'-Projekt 2024 hat zwar eine tolle Website, aber ich habe den Linktree-Link in der Bio völlig stiefmütterlich behandelt. In Deutschland ist das Internet leider kein rechtsfreier Raum, auch wenn sich Instagram manchmal so anfühlt. Die Impressumspflicht macht vor Drittanbietern nicht halt. Wer geschäftsmäßig unterwegs ist – und als Freelancerin bin ich das, sobald ich meine Dienste anbiete – braucht eine klare Anbieterkennzeichnung.

Ich saß da, die Mate wurde warm, und ich scrollte durch mein eigenes Linktree-Profil. Ich hatte Links zu meinen letzten drei Blogposts, einen Link zu meinem Kontaktformular und ein Bild von mir. Aber ein Impressum? Fehlanzeige. Das war der Moment, in dem die Panik die Oberhand gewann. Ich sah mich schon vor meinem inneren Auge hunderte von Euro an einen Abmahnanwalt überweisen, nur weil ich zu faul war, einen weiteren Button einzufügen.

Nahaufnahme einer Hand, die ein Smartphone mit einem Instagram-Profil in einem Café hält.

Anfang April – DDG, TMG und andere Buchstaben-Suppen

Nachdem der erste Schock verdaut war, fing ich an zu recherchieren. Und wie das bei mir immer so ist: Je mehr ich lese, desto verwirrter werde ich. Zuerst stolperte ich über das TMG (Telemediengesetz). Dann las ich plötzlich überall, dass das veraltet sei. Seit Mai 2024 regelt das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) diese Dinge. Konkret geht es um den Paragraf 5 des DDG zur Impressumspflicht. Dort steht im Grunde das Gleiche wie früher im TMG, aber eben unter neuem Namen. Als jemand, der keine Juristin ist, fühlt sich das an wie ein Behördengang, bei dem man von Zimmer 101 zu Zimmer 102 geschickt wird, nur um festzustellen, dass das Formular jetzt eine andere Farbe hat.

Ich habe gelernt: Jedes Telemedium, das geschäftsmäßig betrieben wird, braucht ein Impressum. Und Linktree ist ein solches Medium. Es dient dazu, meine Dienstleistungen zu bewerben. Das bedeutet, ich muss dort die gleichen Angaben machen wie auf meiner Website: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und so weiter. Aber wie baut man das ein, ohne dass es aussieht wie ein Beipackzettel aus der Apotheke?

Ein wichtiger Punkt, den ich bei meiner Recherche fand, war die sogenannte Zwei-Klick-Regel. Die Rechtsprechung besagt, dass ein Impressum mit maximal 2 Klicks von jeder Unterseite aus erreichbar sein muss. Wenn jemand auf mein Instagram-Profil geht, ist der erste Klick auf den Linktree-Link. Wenn er dann im Linktree ist, muss er mit dem zweiten Klick direkt zum Impressum gelangen. Das klingt erst mal einfach, aber der Teufel steckt im Detail.

Ich erinnerte mich daran, wie ich vor ein paar Wochen darüber schrieb, wie ich Rechtstexte auf der Website aktuell halten konnte, ohne jede Woche manuell zu prüfen. Das war schon ein Meilenstein. Aber Social Media ist noch mal ein ganz anderes Biest, weil man hier oft auf die Strukturen der Plattformen angewiesen ist.

An einem verregneten Sonntagnachmittag im Mai – Das Linktree-Dilemma

Draußen regnete es in Strömen, perfekt um sich in die Tiefen der Linktree-Einstellungen zu graben. Mein erster Impuls war: 'Ich verlinke einfach auf meine Homepage, da steht das Impressum ja unten im Footer.' Aber halt! Hier kommt mein Unique Angle ins Spiel, den ich erst nach stundenlangem Lesen in Foren und Blogs verstanden habe: Ein Impressum auf Linktree allein reicht oft nicht aus, wenn die Verlinkung zu umständlich ist.

Wenn ich im Linktree einen Button erstelle, der einfach nur 'Website' heißt, und der Nutzer dort erst ganz nach unten scrollen muss, um das Impressum zu finden, könnte das schon zu viel sein. Die rechtliche Anforderung ist 'leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar'. Ein Link, der direkt 'Impressum' heißt und direkt auf die Impressums-Unterseite meiner Website führt, ist der sicherste Weg. Aber es gibt noch ein Problem: Was ist, wenn Linktree mal down ist? Oder wenn die Weiterleitung nicht funktioniert?

Ich habe mich dazu entschieden, den Link im Linktree ganz klar zu benennen. Nicht 'Rechtliches' oder 'Info', sondern ganz plump 'Impressum'. Und ja, ich habe auch einen Link für den Datenschutz hinzugefügt. Manche sagen, das sei übertrieben, aber nach meinem Kampf mit den Cookie-Bannern im letzten Jahr gehe ich lieber auf Nummer sicher. Ich möchte nicht, dass ein kleiner Formfehler meinen Sommerurlaub auffrisst.

Dabei fiel mir ein, dass ich neulich erst überlegt hatte, wie ich KI Tools wie ChatGPT rechtssicher nutzen kann, und auch dort war die Transparenz das A und O. Es ist wie bei einer Steuererklärung: Man will es eigentlich nicht machen, aber wenn man es einmal ordentlich aufgesetzt hat, schläft man deutlich ruhiger.

Ein Schreibtisch voller Bücher und ein Laptop mit einer Suche zum Digitale-Dienste-Gesetz.

Die technische Hürde: Design vs. Recht

Ehrlich gesagt, sah mein Linktree danach erst mal furchtbar aus. Ein riesiger Button mit dem Wort 'Impressum' direkt unter meinem schicken Portfolio-Link. Es hat mein ganzes ästhetisches Konzept zerschossen. Aber dann habe ich ein bisschen mit den Farben gespielt und den Link ganz nach unten gesetzt. Er ist immer noch mit einem Klick erreichbar (Zwei-Klick-Regel ab Instagram-Profil!), aber er dominiert nicht mehr das gesamte Erscheinungsbild.

Ich habe auch kurz darüber nachgedacht, die Daten direkt in den Linktree-Text zu schreiben, aber das sieht noch schlimmer aus und ist bei Adressänderungen ein Albtraum, weil man es an fünf Stellen gleichzeitig pflegen muss. Die Verlinkung auf die Website ist da deutlich eleganter, solange der Link direkt zur Zielseite führt. Ich habe das mit dem Smartphone meines Freundes getestet (der mich für völlig verrückt hielt, dass ich an einem Sonntag über Impressumspflichten nachdenke) und es funktionierte reibungslos.

Kurz vor der Sommerpause – Erleichterung und Fazit

Jetzt, wo der Juli fast vorbei ist und ich meine Koffer für die Ostsee packe, fühle ich mich endlich sicher. Ich habe mein Linktree-Profil rechtssicher gemacht, meine Website-Texte sind aktuell, und ich habe sogar die Auskunftsersuchen nach DSGVO als Solopreneur auf dem Schirm, falls mal jemand fragt. Es ist ein Prozess. Man lernt nicht alles an einem Tag, und man macht Fehler. Mein Fehler war zu glauben, dass Social Media 'privat' genug ist, um die strengen Regeln des DDG zu ignorieren.

Was ich gelernt habe: Vertraue niemals darauf, dass 'alle anderen es auch so machen'. Viele Profile da draußen sind abmahngefährdet. Nur weil ein großer Influencer kein Impressum im Linktree hat, heißt das nicht, dass er im Recht ist. Er hat vielleicht nur bisher Glück gehabt oder ein Budget für Anwälte, das ich nicht habe.

Ich bin keine Juristin, und alles, was ich hier schreibe, ist nur mein eigener Weg durch den Paragrafen-Dschungel. Wenn du unsicher bist, frag bitte jemanden, der sich wirklich damit auskennt – vielleicht sogar beim Datenschutzbeauftragten deiner Stadt oder einem spezialisierten Anwalt. Aber für mich war dieser Schritt-für-Schritt-Ansatz genau richtig, um die Panik zu besiegen.

Eine erleichterte Frau arbeitet im Sommer auf ihrem Balkon in Leipzig.

Mein Tagebucheintrag für heute endet mit einem Gefühl der Erleichterung. Die Mate ist leer, die Website ist sicher, und der Linktree ist konform. Jetzt kann der Sommer kommen. Ich freue mich auf den Strand, das Meer und darauf, mein Smartphone auch einfach mal für ein paar Tage ganz auszuschalten – ganz ohne Angst vor bösen Briefen im Briefkasten.

Falls du selbst gerade vor deinem Linktree sitzt und dich fragst, ob du das Impressum wirklich brauchst: Ja, du brauchst es. Es dauert nur fünf Minuten, es einzubauen, aber es spart dir potenziell wochenlangen Stress und viel Geld. Mach es einfach, auch wenn es dein Design kurzzeitig stört. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken, wenn es entspannt im Urlaub sitzt.

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